Carl-Lampert-Arbeitskreis

Pfarre Mariahilf Carl Lampert

Seliger Carl Lampert (1894-1944)

Geboren wurde Carl Lampert am 9. Jänner 1894 in Göfis (Vorarlberg) als jüngstes von sieben Kindern. Nach der Matura trat er ins Priesterseminar in Brixen ein, wo er 1918 geweiht wurde. Als Kaplan war er zunächst in Dornbirn in der Jugendarbeit tätig. 1939 berief ihn Bischof Paulus Rusch zum Provikar des Tiroler Teils der damaligen Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch, der Vorgängerin der heutigen Diözese Innsbruck. In dieser Funktion widersetzte er sich öffentlich der rigorosen Politik des Gauleiters Franz Hofer gegen die Kirchen. Zwischen 1938 und 1940 ließ Hofer zahlreiche kirchliche Einrichtungen und Klöster schließen, in Innsbruck das Canisianum, die Theologische Fakultät, das Stift Wilten und das Kloster der Ewigen Anbetung.

1939 versuchte Lampert erfolglos, den Pfarrer von Götzens Otto Neururer aus dem KZ Dachau freizubekommen. Neururer wurde dann in Buchenwald ermordet, und Lampert veröffentlichte eine Todesanzeige, in der der Todesort angegeben war. Wegen Verstoßes gegen Geheimhaltungsvorschriften wurde der Provikar am 5. Juli 1940 verhaftet und am 25. August nach Dachau deportiert. Am 1. September kam er ins KZ Sachsenhausen bei Berlin. Hier musste er in der Strafkompanie harte körperliche Arbeit verrichten. Am 15. Dezember überstellte man ihn für weitere acht Monate zurück nach Dachau.

Am 1. August 1941 kam Lampert frei. Weil er den Gau Tirol-Vorarlberg nicht betreten durfte, kam er nach Stettin, wo er als Seelsorger unter anderem in einem Lazarett wirkte. Die Gestapo setzte einen Spitzel auf ihn an, der sich als angeblich religiöser Mensch auf der Suche nach Spiritualität Lamperts Vertrauen erschleichen sollte. Weil ihm Lampert nicht auf den Leim ging, schrieb der Spitzel in seinem Bericht, der Priester und andere hätten Feindsender abgehört und durch Aussagen die Wehrkraft zersetzt. Am 4. Februar 1943 verhaftete die Gestapo neben Lampert rund 40 Geistliche und Ordensschwestern.

Lampert wurde intensiv verhört und auch gefoltert, blieb den Protokollen zufolge aber standhaft. Im Dezember begann vor dem Reichskriegsgericht in Halle (Saale) der Prozess gegen ihn und zwei weitere Priester, am 20. Dezember wurde er für schuldig befunden, das Todesurteil allerdings zunächst nicht unterzeichnet. Am 14. Januar 1944 kam das Verfahren ans Reichskriegsgericht in Torgau und Lampert dort für sieben Monate in Isolationshaft. Das Urteil aus Halle wurde schließlich am 27. Juli bestätigt, wobei sich der Richter Werner Lueben ebenfalls als standhaft erwies, indem er, statt das Todesurteil zu unterzeichnen, Suizid beging und die Aussage hinterließ: „Es handelt sich in diesem Fall weder um ‚Verbrecher‘ noch um ‚asoziale Elemente‘. Ihre einzige Tragik ist es, dass sie katholische Priester sind!“ Mit neuen Richtern kam es zu einem dritten Prozess gegen Lampert. Am 8. September wurde er nun endgültig zum Tod verurteilt, am 13. November zusammen mit den anderen Verurteilten zurück nach Halle ins Zuchthaus Roter Ochse gebracht, wo er am selben Tag noch durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Er war der höchstrangige österreichische Geistliche, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde. 2011 erkannte Papst Benedikt XVI. das Martyrium Lamperts an und sprach ihn selig.

Carl-Lampert-Arbeitskreis

Weil Carl Lampert einige Jahre in Mariahilf lebte und wirkte, ist das Gedenken an diesen Märtyrer in der Pfarre lebendig geblieben. Jedes Jahr gibt es am Tag seines Todes, dem 13. November, eine Andacht und am darauffolgenden Sonntag einen Gottesdienst zu seinen Ehren. Seit 2024 gibt es einen eigenen Arbeitskreis, der sich mit der Frage befasst, wie man die Erinnerung an Carl Lampert auf zeitgemäße Weise lebendig halten kann. Interessierte daran sind jederzeit willkommen und melden sich gern bei bei Elisabeth Arroyabe, E-Mail elisabeth.arroyabe(at)gmx.at.

Briefe aus der Haft

Die folgenden Texte wurden von der Schauspielerin Veronika Schmidinger gesprochen. Carl Lampert hat sie aus der Haft in Dachau (1940) bzw. in Torgau und Halle (1944) geschrieben.

Brief vom April 1940

Brief vom Dezember 1940

Brief vom 23. August 1941

Brief vom 24. August 1941

Brief vom 9. September 1944

Brief vom 13. November 1944 (Tag seiner Hinrichtung)